Ein paar Öko-Tipps für Anfänger:innen
Ein paar Öko-Tipps für Anfänger:innen
Die großen Maßnahmen kennen wir oft schon, und seien wir ehrlich: Manchmal finden wir sie ziemlich kompliziert. Zur Erinnerung, grob gesagt: weniger (oder gar nicht?) fliegen, weniger (oder gar nicht?) Auto fahren, weniger (oder gar kein?) Fleisch, die Heizung auf 17 Grad (mit erneuerbarer Energie ...)
So gesagt, kann man sich schon ein bisschen entmutigt fühlen (und wegen des letzten Urlaubs ein schlechtes Gewissen bekommen ...?)
Hier sind also ein paar kleine Tipps zum Mitnehmen, neben vielen anderen, die uns eher Zeit und Geld sparen, ganz ohne Druck und ohne in Öko-Angst oder Burn-out zu geraten.
Denn aus kleinen Samen können Baobabs werden und aus kleinen Tropfen Ozeane ... Also jede:r mit kleinen Schritten.
- Nasenhygiene : Den Gebrauch von Plastikampullen kann man reduzieren, indem man eine große Flasche mit eigener Kochsalzlösung zubereitet. Praktisch, wenn man während dieses endlosen Winters sechs Nasenspülungen am Tag machen muss.
Kochsalzlösung ist, für alle Neulinge, die Flüssigkeit, die jener am nächsten kommt, die unser Körper selbst herstellt: der Interstitialflüssigkeit. „Wenn man sie in die Nase gibt, dient sie zum Spülen“, erinnert Dr. Valleteau, Kinderarzt. „Nicht zum Desinfizieren.“
Die Nase selbst wirkt als Filter und enthält jede Menge Keime. Die Kochsalzlösung muss also nicht unbedingt steril sein. Deshalb können wir sie auch selbst herstellen, ohne für unser Baby ein allzu großes Risiko einzugehen.
Das Grundrezept: 9 g Meersalz oder Himalayasalz, also zwei Teelöffel, unraffiniert und ohne Zusatzstoffe, auf 1 l Leitungswasser. Die Kochsalzlösung füllen wir in einen Behälter, den man vorher sterilisieren kann (zur Sicherheit also etwa zehn Minuten in kochendes Wasser legen).
Über die Haltbarkeit der Kochsalzlösung gehen die Meinungen auseinander. Die Vorsichtigsten sagen 3 bis 5 Tage. Danach wird der Inhalt der Flasche entsorgt. Sie kann bei Raumtemperatur aufbewahrt werden, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und übermäßiger Hitze. Wer besonders vorsichtig sein möchte, kann sie auch im Kühlschrank aufbewahren. In diesem Fall die für den Tag benötigte Menge entnehmen und bei Raumtemperatur verwenden.
Achtung: Die Kochsalzlösung darf nicht bei jeder Anwendung erneut aufgekocht und abgekühlt werden, um sie zu sterilisieren, sonst steigt die Salzkonzentration. Ebenso ist es besser, den Rest in der Flasche am Ende wegzuwerfen, denn dort kann die Salzkonzentration zu hoch sein.
Wann immer wir es brauchen, geben wir etwas Kochsalzlösung in ein kleines sauberes Gefäß, bevor wir sie mit einer Nasenspritze mit Gummiaufsatz (jedes Mal gewaschen) aufziehen, damit keine Keime in die Flasche gelangen.
Eine weitere Alternative ist, Kochsalzlösung in Großpackungen zu kaufen, die es ebenfalls in der Apotheke oder online gibt. Und noch eine gute Idee: Wenn wir uns ihre verflixte Erkältung eingefangen haben und so verschnupft sprechen, können wir uns selbst oder unseren größeren Kindern mit einem passenden Hilfsmittel wie dem Rhinohorn eine Nasendusche machen.
Eine Art Aladdins Lampe, die man mit Kochsalzlösung füllt und in ein Nasenloch gießt, worauf sie wie bei einem Wasserhahn in einem kontinuierlichen Strom aus dem anderen wieder herauskommt. Eine Nasendusche von einem Nasenloch zum anderen. Nicht gerade glamourös, aber die Skandinavier machen das täglich, und Erkältungen sollen bei ihnen kaum eine Chance haben. Die Schweden haben’s drauf – jedenfalls tut es sofort unglaublich gut, besonders den Nebenhöhlen. Getestet und für gut befunden, auch bei Kindern. Anleitungen gibt’s online.
- Für die Reinigung der Augen empfehlen manche vorsichtige Gesundheitsfachkräfte ausnahmsweise sterile Einzeldosen, die nach dem Öffnen entsorgt werden.
Wenn man eher entspannt ökologisch unterwegs ist, kann man auch Selbstgemachtes verwenden. Dann sollte man das Wasser aber sterilisieren, indem man es aufkocht und abkühlen lässt, bevor man das Salz hinzugibt.
Beim Schreiben dieses Artikels haben wir auch entdeckt, dass in sozialen Netzwerken, etwa in Facebook-Gruppen wie „Zero-Waste-Familien“, jede Menge Rezepte mit getrockneten Blüten geteilt werden, besonders für die Augen bei Bindehautentzündung.
Wir haben dazu zwar keine tiefgehenden Nachforschungen angestellt, aber die Vorstellung, wie Caroline Ingalls aus Unsere kleine Farm über eine Wiese zu hüpfen, Malvenblüten zu pflücken und sie unserem Baby liebevoll als Aufguss auf die Augen zu legen, hat uns ziemlich gut gefallen.
Genauso wie einen großen dampfenden Topf voller Efeublätter in Wasser umzurühren, um seinen eigenen DIY-Waschmittelkanister herzustellen (und es soll tatsächlich funktionieren).
- Intimhygiene: Lauwarmes Wasser genügt. Bei Bedarf mit milder Seife. Dasselbe gilt fürs Gesicht
Man kann Watte oder Einwegfeuchttücher durch gute alte Waschlappen ersetzen, ganz wie früher. Für jedes Wickeln braucht man allerdings eine ganze Menge davon. Im Internet teilen manche sehr ausgeklügelte Methoden, um Stoffwindeln über der Toilette auszukratzen. Das Prinzip lässt sich sicher auch mit Waschlappen anwenden.
Bei trockener Haut ist Liniment ganz einfach selbst herzustellen: 50 % Kalkwasser und 50 % Bio-Speiseolivenöl.
Gut zu wissen: Es hilft bei der Regeneration der Haut. Wenn Babys Haut gesund und ohne Rötungen ist, muss nichts davon aufgetragen werden. Es dient als Schutzfilm und hat keine reinigenden oder desinfizierenden Eigenschaften.
Weiße Tonerde (im Bioladen oder online erhältlich, auch lose) kann verwendet werden, um Hautausschlägen vorzubeugen und das Badewasser weicher zu machen. Bei kleinen Rötungen wird sie in einer dünnen Schicht auf Babys Po gestreut; bei Hautausschlag kann man daraus mit Wasser auch einen Umschlag für den Po machen (es gibt Tutorials dazu).
Um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen, kleine Massagen mit Bio-Pflanzenöl machen, zum Beispiel mit nativem Bio-Olivenöl, das am leichtesten zu finden ist, aber auch mit Argan- oder Süßmandelöl. Auch superpraktisch, bevor man Milchschorf auf Babys Kopf vorsichtig mit einem Kamm entfernt.
Wenn das Baby größer ist: Wenn wir sie nicht einer kleinen Nichte oder einem Verein geschenkt haben, machen wir aus den Mulltüchern Abschminkpads oder Waschlappen, um unsere Kids sauber zu machen.
Und wenn die Kinder größer werden, können ihre Waschlappen wieder als Abschminkpads für Mama weiterverwendet werden. Wenn unser 15-jähriges Baby sich nach seinem Joghurt nicht mehr so oft das Gesicht abwischen muss – und wir uns dafür immer öfter täglich schminken müssen (weil der Morgentau uns dann wohl nicht mehr den Teint von Caroline Ingalls zaubert).
- Waschmittel: Flecken reiben wir vor dem Waschen in der Maschine mit Rindergallseife (im Bioladen oder online) ein, bei Bedarf mit einer alten Zahnbürste. Bei allen organischen Flecken funktioniert das gut. Statt Entfärbertücher wie Decolor Stop zu verwenden, kann man die Farben neuer, bunter Textilien zunächst fixieren, indem man sie in leicht essighaltigem Wasser einweicht.
Gut zu wissen: Wenn man doch Einweg-Entfärbertücher verwendet, kann man sie tatsächlich zwei- oder dreimal benutzen. Man kann sie sogar gleich nach dem Kauf halbieren und dann pro Waschgang eine halbe Tuchhälfte wiederverwenden. Es gibt aber auch wiederverwendbare Varianten.
- Für Fläschchen mit Säuglingsnahrung ist Mineralwasser aus Plastikflaschen nicht automatisch geeignet. Siehe die Empfehlungen der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (Anses).
Leitungswasser wird streng kontrolliert, und auch Mineralwasser in Flaschen enthält manchmal unerwünschte Stoffe. Je nachdem, wo man wohnt, sollte man diese Information etwas einordnen. In der Region Paris ist Leitungswasser völlig in Ordnung. Bevor man Leitungswasser verwendet, kann man auf der Website der Anses die Empfehlungen der Gesundheitsbehörde nachlesen.
Und die Ergebnisse der Wasserprüfung Ihrer Gemeinde auf der öffentlichen Website: https://sante.gouv.fr/ , um zu überprüfen, ob das Leitungswasser die von Anses für Babys empfohlenen Werte einhält.
Wenn die Wasserleitungen nicht noch aus der Vorkriegszeit stammen, lauten die wichtigsten Empfehlungen: nur kaltes Wasser verwenden (heißes Wasser begünstigt das Wachstum von Bakterien) und das Wasser ein paar Sekunden laufen lassen, bevor man es benutzt.
- Und schließlich weniger kaufen, gebraucht und dafür hochwertiger, möglichst zertifiziert: Wir erzählen euch nichts Neues, wenn wir sagen, dass Dinge, die lange halten, vielleicht zunächst etwas teurer sind, sich aber mehr als lohnen, wenn man sie über mehrere Jahre nutzt und weitergibt.
Hochwertige, zertifizierte Textilien (GOTS, Oeko-Tex), FSC- oder PEFC-Holz, wie zum Beispiel eine außergewöhnliche Spielmatte , die hält ... bis ins Erwachsenenalter ...
Aber wir sagen ja nur ...