Wie positioniert man ein Schwangerschafts- und Stillkissen richtig?
Richtig platziert macht ein Schwangerschafts- oder Stillkissen einen großen Unterschied: Es stützt nachts den Bauch, entlastet das Becken, gibt den Armen beim Stillen Halt und erspart euch vierzig Minuten in gebückter Haltung über einem Baby, das es sich offenbar rundum bequem gemacht hat.
Je nach Stillposition (Wiegehaltung, Football-Haltung oder liegend) oder Schlafseite liegt das Kissen ein wenig anders. Das Ziel bleibt aber gleich: Das Kissen soll sich eurem Körper anpassen, nicht euer Körper dem Kissen.
Bei den ersten Versuchen kann es helfen, wenn euch eine nahestehende Person oder eine Fachperson unterstützt. Das ist weder ein Zeichen mangelnder Selbstständigkeit noch ein Scheitern. Euer Körper hat gerade etwas Intensives durchgemacht, so schön es auch war. Einen Verrenkungswettbewerb hat er jetzt wirklich nicht nötig.
Das Schwangerschafts- und Stillkissen: von der Schwangerschaft bis zum echten Alltag mit Baby
Ein gut durchdachtes Kissen begleitet euch durch viele Momente des Familienlebens: durch Schwangerschaftsnächte, Stillmahlzeiten, Fläschchen, Abpumpen, Haut-an-Haut-Momente und die müden Arme der ersten Wochen.
Genau das macht ein mitwachsendes Schwangerschafts- und Stillkissen so wertvoll: Es ist nicht für eine einzige Position gedacht, sondern passt sich Körpern, Bedürfnissen und Tagen an, die sich verändern.
Bei Mezamé mögen wir Dinge, die ganz selbstverständlich ihren Platz im echten Leben finden. Dinge, die man ohne komplizierte Anleitung verwendet, vom Bett auf die Couch mitnimmt und die Eltern unterstützen, ohne ihnen noch eine weitere Regel aufzubürden.
Denn die richtige Position ist nicht die, die am ehesten wie auf einem perfekten Foto aussieht. Sondern die, in der dein Körper endlich aufatmen kann.
Schwangerschaftskissen: In welcher Position schläft es sich entspannt?
Im Lauf der Monate kann Schlafen zu einer Disziplin für sich werden. Der Bauch zieht, die Hüften werden empfindlich, ein Bein scheint immer im Weg zu sein, und fürs Umdrehen im Bett braucht es fast schon einen Expeditionsplan.
Kurz gesagt: Nachts wird das Schwangerschaftskissen unverzichtbar: Der Bauch wird runder, und spätestens ab dem sechsten Monat wird bequemes Schlafen zur Herausforderung. (Ich persönlich konnte schon viel früher nicht mehr darauf verzichten – warum also warten?) Richtig platziert, macht es die Nächte wieder angenehmer … bevor sie ein paar Wochen später erneut unruhig werden
Ab der 28. Schwangerschaftswoche empfehlen Fachleute für die Zeit rund um die Geburt, auf der linken Seite zu schlafen. Diese Lage fördert die Durchblutung und entlastet den Rücken; auch gynäkologische Quellen geben diese Empfehlung häufig. Aber bitte keine Panik und kein schlechtes Gewissen, wenn ihr mitten in der Nacht auf dem Rücken aufwacht. Dreht euch einfach wieder in Ruhe auf die Seite.
Damit ihr nicht noch über eine Sache nachdenken müsst: Legt euch das U-förmige Kissen oder das halbmondförmige Kissen (klingt doch schöner als „Banane“) an die Seite, ein Ende zwischen die leicht angewinkelten Beine, das andere unter den Bauch, und lasst den Rücken ganz entspannt. So wird euer Körper vom Arm bis zu den Waden gestützt. Das Kissen soll einfach den Raum zwischen Matratze und Bauch ausfüllen und euch vor allem entlasten – leiden müsst ihr hier wirklich nicht

Das Kissen so positionieren, dass Rücken und Bauch entlastet werden
Legt das Kissen zwischen die Knie und winkelt das obere Bein leicht an, als würdet ihr auf ein Fahrrad steigen … Ein herrliches Bild, oder? Jedenfalls öffnet das das Becken, richtet die Hüften aus und verhindert, dass sich euer Rücken verdreht. Und plötzlich werdet ihr über diese kleine Radtour ganz froh sein. Zieht dann einen Teil des Kissens unter den Bauch, um ihn zu stützen – DAS Detail, mit dem ihr entspannt auf der Seite schlafen könnt.
Achte auf die richtige Größe und darauf, was zu deinem Körper passt: Ein U-förmiges Modell umschließt den ganzen Körper, während sich eine Bananenform auf Bauch und Rücken konzentriert. Das Kissen soll sich an deine Rückenkrümmung anschmiegen, ohne sie zu verstärken. Wenn es nachts verrutscht, liegt es oft daran, dass es nicht gut abgestützt ist.
Das Kissen bei schweren Beinen und Nackenbeschwerden richtig anpassen
Bei schweren Beinen, dem Klassiker im dritten Trimester: Legt euch in Seitenlage das Kissen unter das Knie des oberen Beins. So liegt es etwas höher und die Durchblutung wird angeregt. Der Bauch ruht auf dem unteren Teil des Kissens, ein Ende liegt zwischen den Oberschenkeln – für eine Nacht ohne Kribbeln.
Für den Nacken kommt es auf das Kopfende an: Zieh das Kissen höher, damit es den Nacken und nicht nur die Schultern stützt. Häufig liegt es zu tief und lässt den Nacken ohne Halt.
Wahrscheinlich müsst ihr ein paar Positionen ausprobieren, bis ihr die richtige findet. Schließlich ist jede Schwangerschaft und jedes Baby einzigartig.
Stillkissen: Wie legt man es vor dem Füttern um sich?
Am besten legst du dir das Stillkissen zurecht, bevor du dein Baby in den Arm nimmst. Klingt selbstverständlich, aber im echten Leben beginnen viele Stillmahlzeiten damit, dass dein Baby unmissverständlich zeigt, dass es nicht warten will, das Handy unter einem Oberschenkel klemmt und das Kissen am anderen Ende der Couch liegt. Noch ein Tipp: Wenn du Zeit hast, stell dir eine Flasche Wasser daneben. Du wirst sehen, dann passt alles.
Kurz gesagt: Wenn es geht, macht es euch zuerst selbst bequem. Setzt euch weit hinten aufs Sofa oder Bett. Stützt den unteren Rücken mit einer Lehne oder einem kleinen Kissen. Stellt die Füße auf den Boden oder auf eine Fußstütze. Legt das Stillkissen ohne Lücke an den Bauch. Und nehmt erst dann euer Baby zum Stillen in den Arm.
Wenn du die Schultern nach vorne beugen musst, ist das Kissen nicht hoch genug oder die Position passt nicht zu deinem Körperbau und dem deines Babys. Ein kleines, flaches Kissen darunter kann schon reichen, um das zu ändern und Nackenverspannungen und Rückenschmerzen zu lindern.
Wenn euer Baby noch nicht gut liegt, verändert den Winkel des Kissens oder legt ein kleines Kissen unter seinen Oberkörper. Jedes Baby hat seine eigenen Bedürfnisse, und dass ihr anfangs ein bisschen herumprobiert, ist völlig normal.

Wir machen oft alle dieselben „Fehler“. Deshalb haben wir im Team versucht, sie hier für euch zusammenzutragen.
- Lass zwischen Kissen und Bauch keinen Spalt: Sonst rutscht dein Baby irgendwann hinein und du musst dich vorbeugen, um es wieder richtig hinzulegen.
- Das Kissen auf den Schoß legen, ohne seine Höhe anzupassen.
- Nicht jeder Oberkörper, jede Brust und jedes Sofa ist gleich hoch.
- Manchmal muss das Kissen etwas höher gelegt, gefaltet oder leicht geneigt werden. Und genau das macht den Unterschied.
- Sein Baby anzuschauen lässt sich natürlich kaum vermeiden – und ist sogar ausgesprochen schön (für mich persönlich fast schon süchtig machend). Aber vierzig Minuten lang das Kinn an die Brust zu drücken, ist keine gute Idee für den Nacken, der ohnehin schon einiges mitmacht. So süß dein Baby auch ist: Heb zwischendurch den Kopf, lockere den Kiefer, lass die Schultern sinken und mach ruhig auch mal die Augen zu …
In einer schmerzhaften Haltung zu bleiben, nur weil sie angeblich „die richtige“ ist, ist wirklich keine gute Idee … Wir alle geben unser Bestes, so gut wir eben können. Dabei dürfen wir auf uns selbst hören. Eine Haltung, die auf dem Papier perfekt ist, passt vielleicht nicht zu einem müden Körper, einer Narbe, einer großen Brust, einem frühgeborenen Baby oder einem zu tiefen Sofa. Für die Wiegehaltung gibt’s keine Medaille. Probier lieber eine andere Haltung aus, die einfacher und bequemer ist und genauso gut zu euch passt.

Wie positioniert man das Kissen je nach Stillhaltung – Wiegehaltung, Football-Haltung oder im Liegen?
Für jede Haltung müsst ihr euch ein wenig anders einrichten. Diese Positionen werden von Gesundheitsfachleuten, Hebammen und IBCLC-Stillberaterinnen empfohlen, die junge Mütter täglich begleiten.
- Die Wiegehaltung, wohl die kuscheligste Stillposition: Euer Baby liegt seitlich, Bauch an Bauch mit euch, den Kopf in eurer Armbeuge. Legt das Kissen flach auf euren Schoß und um eure Taille, damit euer Baby auf Brusthöhe liegt, ohne dass ihr euch den Rücken krumm macht oder die Schultern hochzieht. Auf Fotos sieht die Wiegehaltung vielleicht ganz selbstverständlich aus. Im echten Leben braucht es manchmal ein paar Tage, bis alles passt. Das ist völlig normal.
- Die Football-Haltung: Das Baby liegt seitlich unter eurem Arm, die Füße zeigen nach hinten. Legt das Kissen seitlich an die Hüfte statt vor euch. Das ist nach einem Kaiserschnitt ideal, weil nichts den Bauch berührt – und auch bei Zwillingen hilfreich.
- Die halb liegende Position, manchmal auch intuitives Stillen oder „Biological Nurturing“ genannt: Lehnt euch zurück, ohne ganz flach zu liegen, und legt euer Baby an euren Körper. Das kann angenehm sein, wenn der Beckenboden empfindlich ist, nach einer anstrengenden Geburt oder einfach dann, wenn aufrechtes Sitzen plötzlich wie ein unerreichbares Ziel erscheint.
- Stillen im Liegen ist ideal für nächtliche Stillmahlzeiten, wenn ihr einfach liegen bleiben möchtet: Ihr liegt auf der Seite, euer Baby schaut euch an, und ein Kissen im Rücken verhindert, dass ihr nach hinten kippt. Eine weitere Stütze zwischen den Beinen hilft, das Becken gerade zu halten.
Wiegehaltung: Höhe und Winkel des Kissens
Das Ziel ist, euer Baby auf Brusthöhe zu bringen, ohne Nacken oder Schultern zu belasten. Das Baby soll zu euch kommen, nicht umgekehrt.
Leg das Kissen um deinen Bauch, eng an deinen Körper und ohne Lücke. Dein Baby liegt darauf, mit dem Köpfchen auf Brusthöhe und dem Körper dir zugewandt. Auf die Höhe kommt es an: Liegt es zu tief, machst du einen krummen Rücken und dein Nacken meldet sich schnell; liegt es zu hoch, ermüden die Arme. Richtig liegt es, wenn deine Schultern entspannt sind und deine Arme einfach auf dem Kissen ruhen.
Neig das Kissen leicht zu dir hin, statt es ganz flach hinzulegen. So ist das Köpfchen deines Babys auf die Brust ausgerichtet, ohne dass es den Hals drehen muss. Eine gute Orientierung: Ohr, Schulter und Hüfte deines Babys sollten eine gerade Linie bilden. Ist das nicht der Fall, liegt das Kissen nicht hoch genug oder ist unter deinem Arm nicht gut abgestützt.
Ein Tipp gegen Verrutschen: Klemm das Kissen gut unter deine Ellbogen und an deine Seiten. Bei Mezamé macht der waschbare Bezug viele Stillmahlzeiten mit, ohne an Form oder Stützkraft zu verlieren. So entlastet das Kissen bei langen Stillmahlzeiten Rücken und Schultern – besonders in den ersten Wochen nach der Geburt.
Football-Haltung: Das Baby seitlich gut abstützen
Nach einem Kaiserschnitt oder beim Stillen von Zwillingen ist diese Haltung besonders hilfreich: Dein Baby kuschelt sich seitlich unter deinen Arm statt auf deinen Bauch – ohne Druck auf die Narbe.
Legt das Kissen bogenförmig um eure Taille, auf die Seite, an der ihr stillt. Das Baby liegt darauf, mit dem Kopf in eurer Hand, dem Körper entlang eures Arms und den Beinen in Richtung Rückenlehne. So berührt sein Körper euren nach der Geburt empfindlichen Bauch nicht.
Bei Zwillingen bieten manche gut anschmiegsamen, bananenförmigen Kissen Platz für beide Babys gleichzeitig – eines auf jeder Seite. In den ersten Wochen mit Babys eine kleine Meisterleistung.
Achtet darauf, dass das Kissen den Arm, mit dem ihr euer Baby haltet, stabil stützt. Das hilft, Nackenschmerzen und Verspannungen im Rücken zu vermeiden. Wenn es nicht gut hält, legt es enger um die Taille, damit es nicht nach vorne rutscht. Richtig positioniert wird es zu einem Kokon, der genau zu euch passt: Es entlastet Mamas Rücken und Arme und gibt dem Baby eine bequeme, geborgene Position.

Reicht ein richtig platziertes Kissen aus, damit Stillen angenehm ist?
Das Kissen hilft euch, eine gute Position zu finden, löst aber nicht allein alle Schwierigkeiten beim Anlegen. Das ist wichtig zu wissen. Wenn dein Baby die Brust nicht richtig erfasst oder ungünstig liegt, kann das unter anderem Schmerzen und rissige Brustwarzen verursachen.
Anhaltende Schmerzen, wunde Brustwarzen oder ein Baby, das immer wieder abrutscht, mit der Zunge schnalzt, an der Brust unruhig wird oder Schwierigkeiten beim Saugen zu haben scheint, sind gute Gründe, dir Unterstützung zu holen – etwa bei einer Hebamme, einer Fachkraft der französischen Mutter-Kind-Gesundheitsversorgung (PMI) oder einer IBCLC-Stillberaterin.
Um Hilfe zu bitten heißt nicht, dass das Stillen nicht klappt oder ihr etwas falsch macht. Im Gegenteil: Um ein Kind zu begleiten, braucht es ein ganzes Dorf. Stillen muss man erst lernen. Es fühlt sich nicht unbedingt schon beim ersten Mal intuitiv an – und manchmal auch beim dritten noch nicht …
Häufige Fragen zu Stillkissen
Muss ich mit einem Schwangerschaftskissen ausschließlich auf der linken Seite schlafen?
Die linke Seite wird meist empfohlen, um die Durchblutung zu fördern. Vor allem aber solltest du gegen Ende der Schwangerschaft vermeiden, auf dem Rücken zu schlafen. Das Kissen hilft dir, die Seitenlage die ganze Nacht über ohne Anstrengung beizubehalten.
Ab welchem Monat kann ich ein Schwangerschaftskissen verwenden?
Einen bestimmten Monat gibt es dafür nicht. Du kannst das Kissen verwenden, sobald Bauch, Becken, Beine oder Rücken zusätzliche Unterstützung brauchen – manchmal schon zu Beginn der Schwangerschaft.
Warum verrutscht mein Schwangerschaftskissen in der Nacht?
Oft liegt es nicht weit genug unter dem Bauch oder sitzt nicht fest genug zwischen den Beinen. Zieh es gleich beim Hinlegen eng an deinen Körper, statt es nur neben dich zu legen.
Darf mein Baby auf einem Stillkissen schlafen?
Nein. Ein Stillkissen darf weder als Matratze noch zur Verkleinerung des Betts, zur Lagerung des Babys oder als Schlafunterlage verwendet werden. Zum Schlafen liegt dein Baby flach auf dem Rücken in seinem eigenen Bett, ohne Kissen oder weiche Gegenstände in Gesichtsnähe.
Kann ich dasselbe Kissen erst in der Schwangerschaft und später zum Stillen verwenden?
Ja, ein U- oder halbmondförmiges Kissen kann dich die ganze Zeit begleiten: in der Schwangerschaft unter dem Bauch und später um die Taille gelegt, um dein Baby beim Stillen zu stützen.
Woran erkenne ich, ob mein Baby auf dem Stillkissen richtig liegt?
Schultern, Kopf und Hüfte deines Babys sollten auf einer geraden Linie auf Höhe der Brust liegen. Wenn du Rücken oder Schultern zu ihm hinunterbeugen musst, ist das Kissen nicht hoch genug.
Ist ein Stillkissen auch beim Abpumpen oder beim Hautkontakt hilfreich?
Ja, es kann beim Abpumpen die Arme stützen und euch helfen, es euch beim Haut-an-Haut-Kuscheln bequem zu machen – auch mit Papa.